Historie des Fests

Historie des Fests

Zur Historie eines historischen Fests

Vielleicht mag es weniger eine entscheidende Frage als eine Frage der Entscheidung sein, wann und wo ein historisches Fest sich und seine eigenen historischen Wurzeln verortet. Und vielleicht mag es gerade die Uneindeutigkeit dieser zeitlichen Einordnung sein, die ein historisches Fest selbst schon zum Teil dessen macht, das es darzustellen beabsichtigt: eine Geschichte, deren Interpretation von heute aus gesehen nicht immer unstrittig ist. Wie dem auch sei, wer sich mit dem Frundsbergfest in Mindelheim beschäftigt, der wird feststellen, dass sich gleich zwei Termine als Anfangspunkte der bis heute gepflegten Festtradition qualifizieren. Einerseits ziehen bereits im Jahr 1836 erstmals Mindelheimer Kinder unter Leitung ihrer Lehrkräfte von der Stadt zum Katharinenberg, um sich ihres einstigen Stadtherrn, Georg von Frundsberg, in Spiel und Feier zu erinnern. Andererseits ist es die Anbringung einer Gedenktafel am Palas der Mindelburg im Jahr 1855, die den steingewordenen Anlass für das Frundsbergfest als einem Kinderfest liefert, das es die folgenden 120 Jahre bleiben sollte. Die kommenden Jahrzehnte sehen das in unregelmäßigen Abständen stattfindende Fest (1869, 1872, 1873, 1875, 1884, 1895) in eine Fülle von verschiedenen Feierlichkeiten wie Festwochen, Gewerbe- und Industrieausstellungen eingebunden.

Historie des Fests
Historie des Fests

Die Wende zum 20. Jahrhundert

Mit dem neuen Jahrhundert erfährt auch das Fest substantiellere Neuerungen: Die Errichtung des Frundsberg-Denkmals am Rathausgebäude im Jahr 1903 bringt eine erste Verlagerung des Veranstaltungsmittelpunkts von der Mindelburg in die Altstadt mit sich. Das Fest 1912 erweist sich in verschiedenen Hinsichten als weiterer Wendepunkt. Nicht nur, dass die diversen Aufführungen nun erstmals unter ein gemeinsames Motto, der „Einzug Kaiser Maximilians in der Stadt Mindelheim zum Besuche Ritters Frundsberg“, gestellt sind. Auch die organisatorische Seite des Fests liegt nun mit dem neu gegründeten Bürgerverein nicht mehr in den Händen von Schule, Gemeinde und lokalen Würdenträgern und gewinnt darin auch Bedeutung für den sich langsam entwickelnden Fremdenverkehr. 1913 folgen weitere Feierlichkeiten. Nach der Zäsur des Ersten Weltkriegs geraten in den Jahren 1923, 1925 und 1928 zunächst diverse 400-jährige Jubiläen ins Blickfeld: 1523 hatte der Georg von Frundsberg den Frundsbergschützen ihre Schützenordnung gegeben, 1525 siegte er in Pavia und 1528 war sein Todesjahr. 1933 und 1939 folgen weitere Feste. Ebenfalls 1933 benennt sich der Bürgerverein in Frundsbergfest-Verein um.

Lebendige Geschichte

In den ersten Nachkriegsjahrzehnten (1950, 1953, 1956, 1967, 1970, 1973) stehen die Frundsbergfeste, die seit 1949 vom Frundsberg-Stadtverband e.V. und seit 1966 von der Mindelonia organisiert werden, vor allen Dingen unter dem Eindruck von Westbindung und Wirtschaftswunder. Das Kinderfest findet sich nun als immanenter Teil einerseits des Auf- und Ausbaus Europäischer Freundschaftsbeziehungen mit diversen Partnerstädten und andererseits einer ganzen Festwoche mit den unterschiedlichsten Angeboten (Tage des Handwerks, der Bauern und Heimatvertriebenen, Kreissängerfest etc.) wieder. Eine Form, die jedoch im Verlauf der 1960er und 1970er Jahre zusehends an Plausibilität gegenüber der Idee einer „lebendigen Geschichte“ verliert, der es um die Darstellung sämtlicher Aspekte mittelalterlichen Lebens geht. So wandelt sich das Frundsbergfest in seiner langen Geschichte von Kontinuität und Veränderung erneut, um zu dem historischen Fest für Erwachsene und Kinder zu werden, das es bis heute geblieben ist. Seit 1976 kehrt die Stadt Mindelheim alle drei Jahre für elf Tage ins Mittelalter zurück und feiert mit Festzügen, Festspielen, Theaterstücken, Konzerten und Darbietungen historischer Vergnügungen der verschiedenen Schichten, seit 2006 mit der Nachstellung spätmittelalterlichen Schlachtgeschehens, mit Handwerkerhof, Zunftstraße, historischem Bauernmarkt, Hinterhoftheatern und Lagerleben bei den beliebten Altstadtfesten das Andenken an den einstigen Vater der Landsknechte, Georg von Frundsberg. Veranstalter ist heute der im Jahr 1977 gegründete Frundsberg Festring Mindelheim e.V.

Abbildung: Fotografie der Feierlichkeiten im Jahr 1912.

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