Renaissance Musik Mindelheim

Renaissance Musik Mindelheim

„Zu jubilieren und musizieren steht mir all mein Sinn" *

Nichts, so könnte man meinen, vermag den heutigen Menschen auf ähnlich mühelose und gefällige Art in die Epoche der Renaissance zurück zu versetzen wie die Musik. Der Zuhörer muss nur die Augen schließen und sich ganz den bisweilen fremd klingenden Tönen hingeben, um in eine gänzlich andere Zeit einzutauchen. Mit der Sache selbst, der historischen Musik gespielt auf historischen Instrumenten, verhält es sich allerdings bei weitem nicht so unkompliziert. Schon deren Bezeichnungen machen deutlich, dass sich die Renaissance noch in einer ganz anderen Klangwelt befindet, als wir es heute selbst von der klassischen Musik her gewöhnt sein mögen. Gemshorn, Schalmei, Rauschpfeife, Sackpfeife, Drehleier, Flöte, Trommel und diverse andere Schlagwerke, aber auch die zarteren Laute von Gambe, Chrotta, Fiedel und Harfe sorgen für eine für unsere heutigen Ohren eher ungewöhnliche akustische Kulisse. Während so manches der genannten Instrumente noch nicht einmal mehr im Original, sondern nur als Abbildung erhalten geblieben und entsprechend nur als Rekonstruktion nachempfunden werden kann, stellt auch die Beherrschung derselben durchaus spezielle Anforderungen an den Musizierenden. Viel Hingabe, Geduld und bisweilen auch Puste ist von Nöten, um einen gewissen Spiel-Grad zu erreichen, der es erlaubt, mit dem Instrument genauso umzugehen – spielerisch eben. Nicht zu vergessen die schwierige Quellenlage, die bisweilen noch nicht einmal diese Bezeichnung verdienen mag. Denn wie seinerzeit eine ganz andere Notensprache gepflegt wurde, die bei den damals versierten Lesern als bekannt vorauszusetzen war und also keiner weiteren Ausführungen bedurfte, so lässt sich heute auf diese bisweilen kaum mehr einen Reim machen – und schon gar keine Musik. So muss Vieles der vorsichtigen und bedachten Entscheidung des heutigen Interpreten überlassen bleiben.

Diesem Grundsatz hat sich auch die Renaissance Musik im Frundsberg Festring im Jahr ihrer Gründung 1976 verschrieben. Bis heute bringt das Ensemble in wechselnden Besetzungen allerlei der oben genannten Instrumente zu den verschiedensten Anlässen zum Klingen – ob nun bei den Vergnügungen am Hofe, wo edle Paare sich in abgezirkelten Kreisen und graziösen Schrittfolgen zur Musik bewegen; bei Festen, Feiern und Theaterstücken, wo die Renaissance Musik konzertant in Erscheinung tritt; oder schließlich in den Gassen, Lagern und Plätzen, wenn sie die Paare der Tanzgruppe Saltarello nach ihrer Pfeife tanzen lässt. Zur Gruppe gehören neben der Leiterin Maria Hahn in wechselnder Besetzung Nancy Camilléri, Catherine Taylor, Sandra Miller, Stefanie Lutz, Werner Hörmann, Michaela Hörmann, Clara Hörmann, Carola Bodanowitz und Miriam Sliwockyj.

* Aus: Lustgarten neuer teutscher Gesäng, Nürnberg 1600

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